Liebende, lest dieses Buch!

alain de botton, der lauf der liebe, s. fischer, günter keil, literaturblog, rezension Ehe: letztlich eine zutiefst merkwürdige Lieblosigkeit, die man niemandem antun sollte, der einem viel bedeutet oder den man angeblich liebt.“

So, so. Ein Roman soll dies sein. Stimmt aber nur zur Hälfte. Alain de Bottons „Der Lauf der Liebe“ (S. Fischer) ist auch ein literarisches Sachbuch. Intelligent, kompetent, zu Diskussionen anregend.

De Botton erzählt die Liebesgeschichte von Rabih und Kirsten, einem jungen Paar aus Edinburgh. Ungewöhnlich: Der Schweizer Autor unterbricht immer wieder seine Erzählung, so als kommentierte ein Paartherapeut die Handlung. 15 Jahre lang begleitet de Botton seine Protagonisten, lacht und leidet mit Ihnen. Und gibt ihnen Tipps. Rabih und Kirsten lieben sich zwar noch immer, doch sie entfernen sich voneinander. Sie bekommen zwei Kinder und genießen wunderbare Momente zu viert. Doch je besser sie sich kennen, desto bewusster wird ihnen, was sie unterscheidet. Alain de Botton zeigt, wie Verliebte an gegenseitigen Erwartungen scheitern, wie sich die Ideologie der Romantik auswirkt, wie unvermeidbar Enttäuschungen sind. Er porträtiert Rabih und Kirsten einfühlsam und dennoch schonungslos in ihrer Unvollständigkeit. Ein erhellendes und erheiterndes Buch für alle Liebenden.

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