Die alte Frau und der Flüchtling

Das einzige Paradies, Piper, Astrid Sozio, Günter Keil, Literaturblog, RezensionEin altes einsames Hotel. Eine alte einsame Frau. Irgendwo im Ruhrgebiet. Und dann, plötzlich, mittendrin: eine junge Frau aus Ghana. Ein Flüchtling, schwanger.

In ihrem Debütroman Das einzige Paradies“ (Piper) lässt Astrid Sozio zwei Welten aufeinanderprallen. Die kauzige Frieda Troost, die seit Jahrzehnten im Hotel sauber macht. Die sich abfällig über „Zigeuner“, „Neger“ und „anderes Kroppzeug“ äußert. Und die Afrikanerin Nasifa aus dem benachbarten Flüchtlingsheim, die sich im Hotel einnistet, Schutz sucht. Die beiden Frauen beäugen sich misstrauisch, verständigen sich in gebrochenem Deutsch-Englisch, nähern sich langsam an. Astrid Sozio erzählt diese hinreißende Geschichte aus Frieda Troosts Perspektive: schnörkellos, klar, in einem wohltuend ungekünstelten Ton. Eindringlich, aber nie aufdringlich.

3 Kommentare
  1. Hört sich gut an. Allzuoft wird dieses Thema ja nur nervig behandelt. „Eindringlich, aber nie aufdringlich“ – das gefällt mir!

    • Ja, du hast recht: oft ist die Umsetzung zu platt – in diesem Fall aber überhaupt nicht…

      • Stimmt, „platt“ hatte ich vergessen 🙂 Damit also meinen Dank für den Tipp!

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