Vorsicht! Hier kommt Oma!

Hier kommt Oma, Stefan Boonen, Melvin, Rezension, Literaturblog, Günter KeilNanu? Ein Bilderbuch? Im Literaturblog? Selbstverständlich. Ein- oder zweimal pro Jahr picke ich ein besonders gelungenes Kinderbuch heraus. Diesmal warne ich: Diese Geschichte rumpelt, knallt, stinkt. Ist wild und würzig. Laut und lustig. Ich bin begeistert von „Hier kommt Oma“ (Arena) von Stefan Boonen mit Illustrationen von Melvin.

Die Hauptfigur ist mutiger und verspielter als alle Kinder. Sie macht Blödsinn und pfeift auf Verbote. So eine Großmutter hat die Kinderbuchwelt noch nicht gesehen. Und die Realität erst recht nicht. Ihre zehn Enkel holt die verrückte Oma mit ihrem Klapperbus ab. Dann fährt sie die muntere Bande tief in den Wald, zum Haus des Riesen, in dem sie wohnen wird. Dass die Kinder rülpsen, furzen, schnarchen oder in der Nase popeln, stört Oma überhaupt nicht. Mit Wucht und Lebensfreude sucht die aus dem Niederländischen übersetzte Geschichte den direkten Weg in Kinderherzen. Und findet sie. Die Abenteuer im Wald zeigen Oma & Kids beim Feuertanz, bei der Suche nach dem Waldschwein, beim Sprung vom Wackelbaum. In einer orange-blau illustrierten Welt.

Ab und zu greift Stefan Boonen zur Comicsprache, um den Partycharakter seines Buches zu unterstreichen. Leise Szenen federn Omas enorme Energie ab. „Hier kommt Oma“ ist ein lautes, anarchisches Plädoyer für Freiheit und Freude. Doch hinter seiner grellen Fassade überzeugt es auch mit einem liebe- und verständnisvollen Ton.

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