Buchbranche

Literatur nur noch kaufen, nicht mehr konsumieren?

goeLiteratur, überall. Als Flatrate. Digital. Noch nie hatten so viele Menschen so direkten Zugang zu Lesestoff, oft kostenlos. Ein großer Teil der Klassiker der Weltliteratur steht im Netz bereit, zum Kauf, zum Klau, zum Konsum.

Moment. Konsum? Nicht unbedingt. Der Sozioloe Hartmut Rosa beobachtet, dass zwar immer mehr Kulturgüter digital angehäuft werden, und es immer wichtiger wird, Zugang zu großen kulturellen Datenbanken zu haben. Doch heutzutage werde immer weniger Literatur komplett gelesen, immer weniger Musik am Stück gehört. Mal reinklicken und -gucken, ja. Und vor allem: die Gewissheit genießen, alles zur Verfügung zu haben. Aber genau dafür, so Rosa, haben oder nehmen sich die wenigsten Menschen Zeit. Stattdessen: „Reichweitenvergrößerung“.

Wie ich auf Rosas Thesen komme? Vor ein paar Tagen moderierte ich eine Podiumsdiskussion mit dem Soziologie-Professor beim internationalen Kultursymposium des Goethe Institus in Weimar. „Teilen und Tauschen“ war das Motto der Veranstaltungsreihe – und tatsächlich, da waren sich alle Experten einig, wird im Netz so viel geteilt & getauscht wie nie zuvor. Die Kultur des Gemeinsamen erlebt also einen Aufschwung, doch damit verbunden sind jede Menge Risiken: Datenklau, Beliebigkeit, ein Ende der Privatsphäre. Und Kauf (oder Geschenk) statt Konsum. Verrückte Welt, oder? Mehr unter #KSWE16

2 Kommentare zu „Literatur nur noch kaufen, nicht mehr konsumieren?

  1. Ich kann dem nur zustimmen. Man kauft und sammelt Zeugs, wofür andere total dankbar wären, aber im Endeffekt nutzt man es nicht aus. Aber eigentlich ist es ja nicht schlimm. Es ist nicht unbedingt positiv aber negativ ist es auch nicht. Nehmen wir die ganzen Buchblogger, mich eingeschlossen. Viele haben einen SuB, mit dem man Häuser bauen könnte aber lesen tut man nicht alle, schließlich kommen immer mehr dazu.
    Ich finde das zum einen krass und auch übertrieben aber andererseits genieße ich es total, jedes Mal mir wieder nach Lust und Laune etwas Neues auszusuchen.
    Ich verstehe nicht ganz, was das Problem daran ist, abgesehen von dem „Verschwenden“ von Rohstoffen.
    LG!

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