Nor Noir von Jo Nesbø

joIch glaubte weder an Träume noch an Götter: ich glaubte eher an die Liebe eines Junkies zu seinem Dope als an die Liebe der Menschen zueinander. Ich glaubte an den Tod. Ein Versprechen, das immer eingehalten wurde, wie ich wusste. Ich glaubte an eine Neun-Millimeter-Kugel mit einer Geschwindigkeit von tausend Kilometern in der Stunde.“

Ulf, ein ehemaliger Eintreiber und Expedient (Auftragskiller), macht sich keine Illusionen. Die Hauptfigur in Jo Nesbøs Nor Noir „Blood on Snow – Das Versteck“ (Ullstein) flüchtet in die Finnmarksvidda, eine weite, leere Hochebene im Norden Norwegens. Außer Rentieren und ein paar Dorfbewohnern gibt es dort nichts. Perfekt für Ulf, der sich in einer kleinen Hütte verschanzt und auf die Ankunft seiner Verfolger wartet.

In seinem lakonisch und lässig erzählten Kurzkrimi versammelt Jo Nesbø eine bunte Truppe, die aus einer Westernkomödie stammen könnte: den einsamen, sympathischen Sünder Ulf, den komischen Schnapsbrenner Mattis, die wortkarge Witwe Lea, den aufgedrehten Jungen Knut und den humorlosen Prediger Jakob Sara. Zwischen diesen Figuren knistert und knackt es, und das romantische Finale wirkt fast wie eine Parodie auf das Noir-Genre.

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