Neuerscheinung

Rückwärts gehen, Leichen aufschneiden, mit Affen leben

yannEin Mann, der rückwärts geht. Eine Leiche, in der sich Holzspielzeug befindet. Ein Schimpanse, der zum besten Freund eines Menschen wird.

Nur drei von vielen Skurrilitäten, die Yann Martel seinen Lesern in „Die Hohen Berge Portugals“ (S.Fischer) präsentiert, seinem zweiten Roman seit dem Welterfolg „Schiffbruch mit Tiger“. Der 53-Jährige verbindet drei völlig unterschiedliche Geschichten, die 1904, 1938 und 1981 spielen, zu einem modernen Märchen. In unaufdringlichem, ruhigen Ton erzählt Martel auch von einem Automobil, das durch die portugiesische Provinz knattert. Von einem Pathologen, der mit seiner Frau über Religion und Kriminalromane diskutiert. Von einem Politiker, der mit einem Affen ein neues Leben beginnt. Was das alles miteinander zu tun hat? Weiß nur, wer Martels wundersamen Roman liest – und die arg konstruierte Verbindung zwischen den drei Geschichten nachvollziehen mag. Was man dem kanadischen Autor jedoch nicht absprechen kann: seine unbändige kreative Energie, aus der Romane entstehen, die berühren – und die man sonst kaum zu lesen bekommt.

5 Kommentare zu „Rückwärts gehen, Leichen aufschneiden, mit Affen leben

  1. Habe das Buch teilweise im NDR in „Am Morgen vorgelesen“ gehört. Es hat sehr kluge und tiefe Gedanken, die mir noch lange nachhingen. Vielleicht sind diese Passagen wichtiger als die Handlung.

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