Krimis & Thriller · Neuerscheinung · Rezension

Warnung! Die Lektüre dieses Buches…

carlotto…konfrontiert Sie mit der perfidesten Figur eines Kriminalromans in diesem Frühjahr!

Giorgio Pellegrini schreckt vor nichts zurück. Er war Guerillakämpfer, Auftragskiller und Profiverbrecher. Doch das Leben im Untergrund und auf der Flucht ermüdet Pellegrini, Hauptfigur in Massimo Carottos neuem Roman „Am Ende eines öden Tages“ (Tropen). Sein Ziel ist es, eine bürgerliche Existenz zu führen. Kein Problem im korrupten Nordosten Italiens: mit Hilfe des gerissenen Anwalts und Politikers Brianese steigt er Schritt für Schritt auf. Schließlich führt er ein Nobelrestaurant im Veneto, heiratet und agiert als seriöser Geschäftsmann.

Massimo Carlotto zeichnet den Weg Pellegrinis präzise nach. Ohne Wertung, in eiskalter und ungefilterter Sprache. Als Erzähler fungiert Pellegrieni selbst: „Korruption, Gewalt, Geld und Heuchelei hatten mir die Türen zur guten Gesellschaft der Stadt geöffnet. Meine früheren Sünden waren vergeben worden, und die, die ich tagtäglich beging, zählten so lange nicht, bis man sie entdeckte. Aber das würde nie geschehen, denn ich war der Bessere. Und der Brutalere.“ Obwohl die Seele Pellegrinis so tiefschwarz ist wie das Cover des Buches, gelingt es Carlotto, statt Abscheu starkes Interesse für seine Hauptfigur zu wecken. Es ist die radikale, authentische Perspektive eines skrupellosen Verbrechers im Mantel eines ehrenwerten Bürgers, die seinen Roman auszeichnet.

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