Prosa-Experimente

snelaBloß nicht wundern! Dieser Autor erfindet die deutsche Sprache neu. Er spielt, experimentiert und jongliert mit Worten. Viele Formulierungen aus Jan Snelas erstem Erzählband „Milchgesicht“ (Klett-Kotta) haben die Eigenschaft, Erstaunen hervorzurufen. Oder Entzücken. Oder: Verwirrung. Sicher ist: sie sind fast immer kurios.

Ich sah den Himmelsozean sich in sich selbst verlieren, durchschwirrt von Schwalben, die keine Fische waren.“

Snelas mit dadaistischen Einschüben aufgepeppte Sprache lässt sich nicht eindeutig einer Gattung zuordnen. Der 36-jährige Autor ist ein geistreicher Schelm, der mal überdreht-komödiantisch, mal sanft-schwärmerisch drauflos fabuliert.

Es blinken Auspuffrohre der neben Hauseingängen geparkten Feuerstühle, die auf Visiten brummböser Buben bei born-to-be-wild-geborenen, ehrbaren Töchtern schließen lassen.“

Ist das nun literarischer Klamauk oder hochgeistige Unterhaltung? Oder beides? Hinter Snelas heiterer Attitüde steckt jedenfalls immer auch das Werk eines akkuraten Handwerkers, eines tiefgründigen Sprachpoeten.

Meine umfassende Rezension ist soeben im Magazin Münchner Feuilleton erschienen.

1 Kommentar
  1. Philipp Elph sagte:

    Das Bild mit den blinkenden Auspuffrohren gefällt mir. Habe nur Bedenken, dass ich beim Lesen von zu vielen solcher Bilder übersättigt werde.

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