Neuerscheinung

Staatsfeminismus in Deutschland

duveKaren Duve macht es ihren Lesern nicht leicht. Die Hauptfigur ihres neuen Romans „Macht“ (Galiani Berlin) ist ein abstoßender, selbstgerechter, brutaler Mann. Sebastian Bürger, 50, hält seine Frau seit zwei Jahren im Keller gefangen. Er foltert, demütigt und vergewaltigt sie. Warum? Weil er sich an ihr, stellvertretend für alle Frauen, für den im Jahr 2031 in Deutschland verordneten Staatsfeminismus rächen will. Duve hat eine heftige Dystopie entworfen. Sie dreht den Kampf der Geschlechter und den Jugendwahn ins Extreme: in ihrem Deutschland schlucken fast alle Bürger die Verjüngungspille Ephebo – „Alt sein ist schlimmer als Krebs, ein Zeichen von Armut und Ungepflegtheit. Wer einfach altert, ohne etwas dagegen zu unternehmen, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.“ Duves provokantes Zukunftsszenario hätte inhaltlich durchaus das Potential, ähnliche Diskussionen auszulösen wie Michel Houellebecqs „Unterwerfung“. Das Problem ist jedoch die Hauptfigur, und vor allem: dessen Erzählperspektive. Sebastian Bürgers simple Sprache und seine eindimensionale Einstellung sind kaum zu ertragen.

4 Kommentare zu „Staatsfeminismus in Deutschland

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