Krimis & Thriller · Neuerscheinung · Rezension

Die Götter der Schuld

connyDie Waffen in diesem Roman haben bürokratisch klingende Namen: Anklageschriften, Falldarstellungen, Beweis- erhebungen, Eröffnungsplädoyers, Einsprüche, Geschworenenurteile… „Götter der Schuld“ (Droemer) von Michael Connelly ist ein Justizthriller. Aber kein bürokratischer. Das liegt an Connellys lässiger Sprache. Und vor allem an Hauptfigur Mickey Haller, den Connelly zum fünften Mal ermitteln lässt. Haller ist ein abgebrühter Anwalt aus Los Angeles, der vom Rücksitz seines Lincoln Town Car aus arbeitet. Er verteidigt vor Gericht Andre La Crosse, einen Internet-Zuhälter, der in den Mord an einem Callgirl verwickelt ist. Haller muss jedoch feststellen, dass es sich um einen extrem komplexen Fall handelt, der ihn kreuz und quer durch L.A. treibt:

„Es ist niemals nur ein Fall. Es sind immer mehrere. Ich vergleiche die Tätigkeit eines Anwalts gern mit den Fertigkeiten der hochklassigen Straßenkünstler, die auf der Strandpromenade von Venice um die Gunst der Passanten buhlen.“ Ein Künstler ist auch Michael Connelly, der seinen 26. Roman so klar formuliert und raffiniert konstruiert hat, dass John Grishams letzte Justizthriller dagegen ziemlich alt aussehen. Mit den „Göttern der Schuld“ meint Connelly übrigens die Geschworenen. Und die Schuldgefühle, die auch Mickey Haller hat: „Wir waren alle Problemfälle und Verlierer, die Sorte Menschen, denen die Götter der Schuld kein Lächeln schenkten.“

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