Neuerscheinung · Rezension · Romane

Underdogs im Rampenlicht

vlauSie werden erdrückt von ihren Sorgen, Schmerzen und Traumata. Die Figuren in Willy Vlautins viertem Roman „Die Freien“ (Berlin) leben am Rand der US-Gesellschaft und sind doch ganz normale Bürger. Mit Jobs, die nicht genug Geld zum Leben bringen. Mit Schulden, die ihnen jegliche Flexibilität rauben. Mit Krankheiten, die von ihren Versicherungen nicht abgedeckt werden. Vlautin ist ein Meister darin, den Alltag dieser Amerikaner ohne Verklärung oder Dramatisierung zu dokumentieren. Seine Geschichten sind von einem aufrichtigen Interesse für underdogs geprägt. Im Mittelpunkt des bewegenden Romans stehen drei Figuren, deren Schicksale miteinander verknüpft sind: Leroy Kervin, ein junger Irak-Veteran, der in einer Wohngruppe für psychisch kranke Männer lebt. Die Nachtschicht in dieser Einrichtung übernimmt Freddie McCall, der tagsüber auch noch in einem Malereigeschäft arbeitet. Als sich Leroy bei einem Unfall schwer verletzt, wird er in eine Klinik gebracht, in der sich Krankenschwester Pauline um ihn kümmert. Sie kämpft außerdem um das Leben einer jungen drogenabhängigen Patientin. Und pflegt ihren dementen Vater. Vlautin, der 1967 in Reno, Nevada, geboren wurde und auch in einer Folkrockband singt, rückt die vergessenen bürgerlichen Armen behutsam ins Rampenlicht – gut so!

Mehr über „Die Freien“ in meiner Rezension in der aktuellen Ausgabe des Magazins „Münchner Feuilleton“.

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