Buchbranche · Lesungen · Moderation

On the road (auf Lesereise)

zugHannover. Immer wieder Hannover. Vor kurzem war ich drei Mal in Hannover. Innerhalb einer Woche. 17 Minuten, 38 Minuten, 21 Stunden. Sowas kommt vor, wenn man kreuz und quer durch Deutschland fährt und fliegt, um Lesungen zu moderieren. In den vergangenen Wochen war ich außerdem in Lüneburg (zwei Mal), Braunschweig (zwei Mal), München, Hamburg, Frankfurt, Haldensleben, Wolfsburg, Köln, Bergheim, Düsseldorf. Auf Festivals, in Buchhandlungen und vor allem: auf Bahnsteigen. Uelzen etwa hat den größten Bahnhof der Republik. Ich kam auf Gleis 304 (!) an und musste auf Gleis 103 (!). Und in Haldensleben bewunderte ich mit den schwedischen Bestsellerautoren Erik Axl Sund ein Retro-Schild (Foto).

Aber das Reisen ist ja nur ein Nebeneffekt der Lesungen. Viel wichtiger: Die Veranstaltungsorte, das Publikum, die Saalbeleuchtung. Und: die Technik. Trotz Soundcheck passieren immer wieder seltsamste Dinge. Mikros rauschen, knacken, sirren oder geben einfach auf. Einmal krachte es während der Lesung so laut wie bei einem Bombenanschlag. Ein anderes Mal fiepte eine Rückkoplung so fies, dass 200 Besucher sich verschreckt die Ohren zuhielten. Doch in aller Regel sind (erfolgreiche) Lesungen schöner als Weihnachten. Denn sie machen alle Beteiligten glücklich: Veranstalter, Buchhändler, Autoren, Verlagsleute, Leser. Und Taxifahrer, Hotelangestellte, Journalisten…

Übrigens: Wenn man oft mit Thrillerautoren unterwegs ist, kann dies die Wahrnehmung verzerren. Nach unserer Lesung mit US-Autorin Karen Rose und Schauspielerin Floriane Daniel beim Krimifestival Braunschweig wollten wir im kleinen Kreis noch etwas essen gehen. Doch Floriane war verschwunden. Ans Handy ging sie nicht, ihr Hotelzimmer war leer. Hatte man sie versehentlich am Veranstaltungsort eingesperrt? Wurde sie entführt? Hielt sie ein Stalker gefangen? Hatte sie einen schlimmen Unfall? Wüste Vermutungen machten die Runde, allesamt angelehnt an den Plot, um den es bei der Lesung ging. Eine Stunde später schickte Floriane eine SMS, sie sei wohlauf und sitze bei einem Glas Wein mit ihrer Tante.

3 Kommentare zu „On the road (auf Lesereise)

  1. Genau wegen dieser verzerrenden Wahrnehmung bin und bleibe ich kein Freund von Krimis. Sie gehen immer von der extremsten Situation, die es gibt aus (Mord), und dabei kommt mir das Ungeheuerliche dieser Tat zu kurz. Das mag ich nicht.
    Trotzdem, danke für diesen anschaulichen Bericht Deiner Reisen! Den Uelzener Bahnhof würde ich auch zu gern mal sehen als Hundertwasser-Fan… 🙂

    1. Ja, für Hundertwasser-Fans ist der Bhf etwas Besonderes! Ein Uelzener sagte mir am Bahngleis allerdings: „Das ist aber auch schon alles, was hier sehenswert ist“ 😉

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