Neuerscheinung · Rezension · Romane

Fords Frank

fordDa ist er also wieder: Frank Bascombe. Schon drei Mal spielte der Sportreporter und Immobilienmakler die Hauptrolle in Richard Fords Romanen. In „Frank“ (Hanser) folgt der vierte Auftritt – Ford ist 71 Jahre alt, Frank 68. Fords Handlung spielt kurz vor Weihnachten 2012. Hurrikan Sandy hat die Küste New Jerserys verwüstet, und Frank Bascombe fährt zu der Stelle, an der sein Haus stand. Es ist umgekippt und schwer beschädigt. „Wie wenig fällt ein Haus ist Gewicht, sobald es weg ist.“ wundert sich Bascombe und räsoniert über die starke Hand eines Hurrikans, die dem Leben „unsanft klar macht, wie relativ alles ist.“ Ein kaputtes Haus als Metapher für das ins Trudeln geratene Leben von Frank, vielleicht sogar für den Zustand seines Landes. Denn beschädigt sind nicht nur die Immobilien, sondern auch die Körper und Seelen der ehemaligen Bewohner. Franks Nacken schmerzt nahezu täglich, seine Ex-Frau leidet an Parkinson, und sein früherer Freund Eddie liegt im Sterben. Bascombie blickt verständnisvoll und mit feiner Ironie auf die Veränderung seiner Lebensumstände. Richard Ford begleitet seinen Protagonisten stilsicher und entspannt durch seinen Alltag. Eine wehmütige Reise, geprägt von hochwertigem Geplauder.

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