Dorothys Doppelporträt (1962)

bakerWir bilden ein Gefüge, eine Gesamtheit, eine Einheit – erst zusammen sind wir vollständig. Wir sind integrale Bestandteile eines Ganzen, und dieses Ganze zu bewahren erfordert Integrität. Wir besitzen diese Integrität, und genau deshalb können und müssen wir unsere Desintegration verhindern.“

Ein Zitat von Cassie, einer der beiden Hauptfiguren aus Dorothy Bakers Roman „Zwei Schwestern“ (dtv). Die andere Protagonistin ist Cassies Zwillingsschwester Judith, ebenfalls 24 Jahre alt. Die charmante, stilvolle Geschichte von 1962 liegt jetzt endlich auch auf Deutsch vor.

Cassie und Judith scheinen unzertrennlich. Sie sind intelligent, verwöhnt, heiter. Ihre Mutter, eine Schriftstellerin, starb vor drei Jahren. Ihr Vater, ein Philosophieprofessor, und ihre Großmutter bewohnen die Familienvilla. Dorthin kommen die Schwestern, um Judiths Hochzeit zu feiern. Am Vorabend wird Cassie jedoch bewusst, dass sich ihre Verbindung zu Judith verändern wird. Dass Judith ein neues, eigenes Leben anstrebt. Dass sie dies auf jeden Fall verhindern muss. Eine Drama bahnt sich an. 

Die 1968 verstorbene Dorothy Baker hat ein hochwertiges, prickelndes Doppelporträt geschrieben. Darin blitzen Elemente einer schwarze Komödie auf. Zeitlos gut.

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