Rezension

Philosophie im digitalen Zeitalter

neinJa, werden wir sagen. / Soziale Medien. / Das war doch, als unsere Freunde sich aus unserem Leben verabschiedeten. / Und in unsere Smartphones wanderten.“

Ein Aphorismus von Eric Jarosinski, der unter seinem Pseudonym „NeinQuarterly“ auf Twitter weltweit mehr als 110.000 begeisterte Follower hat. In seinem ersten Buch „Nein. Ein Maifest“ (S. Fischer) bleibt der 44-jährige Amerikaner seinem knappen Stil treu – auf 135 Seiten präsentiert Jarosinski philosophische Sinnsprüche. Schnippisch und schlau äußert er sich zu Wahrheit, Ideologie, Kunst, Ästhetik, Macht und Überwachung. Große Themen also, in extrem kleiner Form. Geistreich und witzig sind die Aphorismen, kultur- und gesellschaftskritisch sowieso. Jarosinski knüpft an Adornos negative Dialektik an und betreibt auf Twitter „Utopian Negation“, ein „Kompendium der utopischen Verneinung“. Das klingt etwas verquer und nach permanent getweeteter schlechter Laune. Doch die getrübte Sicht auf die Welt wird bei Jarosinski zu einem großen, genialen Vergnügen.

Heute gibt’s nur zwei Probleme auf der Welt. / 1. Die Welt. / Und 2. Heute. / Drei, wenn man morgen mitzählt.“

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