Krimis & Thriller · Neuerscheinung · Rezension · Romane

Koks-Doku

donEigentlich Wahnsinn, was sich Don Winslow da vorgenommen hat: Die Fortsetzung seines Weltbestsellers „Tage der Toten“ von 2010. Die Chronik des mexikanischen Drogenkriegs, Teil 2. Doch „Das Kartell“ (Droemer) ist genau so, wie Winslows Werke meistens sind: Souverän geschrieben, umfassend recherchiert, unglaublich spannend. Nur diesmal vielleicht etwas zu lang – 800 Seiten.

Winslow inszeniert einen Zweikampf: Zwischen Kartell-Patron Adán Barrera und Drogenfahnder Art Keller. Barrera sitzt zwar im Gefängnis, doch seine „Zelle“ ist eine Luxus-Suite mit Flachbildschirm und Minibar. Zwei Millionen US-Dollar Kopfgeld setzt Barrera auf Keller aus – der Krieg zwischen den beiden Männern und den Systemen, für die sie stehen, beginnt. Irgendwann ist Barrera auf freiem Fuß, der Kampf eskaliert. „Das Kartell“ ist umfassend recherchierter investigativer Journalismus im Mantel der Fiktion. Eine gewaltige Doku über Kokainkartelle und den staatlich verordneten US-Krieg gegen die Drogen. Mit Mündungsfeuern, Razzien und Verfolgungsjagden. Und der Erkenntnis: „Der sogenannte Krieg gegen die Drogen ist ein Karussell. Fliegt einer raus, steigt sofort der Nächste ein.“

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