35 Jahre Krieg (Irak)

blasimAktuelle Kurzgeschichten aus dem Irak, so etwas gab es noch nie bei einem renommierten deutschen Verlag. Texte über Halbwüchsige, die stehlen. Über Militärpolizisten, die ihre Mitbürger schikanieren. Über verzweifelte Flüchtlinge. Der 42jährige irakische Autor Hassan Blasim erzählt in „Der Verrückte vom Freiheitsplatz“ (Kunstmann) von Menschen in einer erbarmungslosen Welt und von einem Land, das sich seit 35 Jahren im Krieg befindet. „Es gibt nur noch Hungrige, Mörder, Analphabeten, Soldaten, Dörfler, Beter, Verirrte und Unterdrückte“ meint einer seiner Protagonisten. Blasim schildert makabere Morde, heruntergekommene Viertel und brutale Religionskämpfe. Er beobachtet Gemüsehändler, Taschendiebe und Zigarettenverkäufer. Gelegentlich dreht der nach Finnland emigrierte Autor seine Geschichten ins Surreale und überzeugt mit subtilem Charme. Nachhaltige Hoffnung auf einen neuen Irak hat Blasim kaum noch, denn „der brüchige Friede, der zurzeit herrscht, ist nichts als ein schlafender Vulkan.“

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