Neuerscheinung

Dörries Diebe und Vampire

dörrieWer würde ich sein, später einmal? Das fragt sich Alice und träumt davon, Schriftstellerin zu werden. Ihre Träume und Vorbilder stehen im Mittelpunkt von Doris Dörries neuem Roman „Diebe und Vampire“ (Diogenes). In lockerem, klarem Ton porträtiert Dörrie ihre verloren wirkende Hauptfigur.

Im Urlaub beobachtet Alice eine etwa 50jährige Amerikanerin. „Die Meisterin“ nennt Alice diese Frau, die all das verkörpert, wonach sie selbst strebt: Selbstbewusstsein, Eleganz, Gelassenheit. Und, noch wichtiger: Die Meisterin ist eine erfolgreiche Schriftstellerin. Die beiden Frauen lernen sich kennen, und Alice eifert ihrem Vorbild nach. Doch sie scheitert. Am Schreiben, an ihren Männern, am Leben. Einige Jahre nach dem Mexiko-Urlaub will Alice die Meisterin in den USA besuchen. Doch die Schriftstellerin lässt sie tagelang warten und klagt: „Wir scheitern und scheitern. Wir scheitern nicht auf dem Weg zum Gelingen, sondern wir scheitern grundsätzlich. In der Mitte dieses Spinnennetzes aus dem täglichen Debakel des Schreibens, der Verzweiflung und Depression sitzt keine Spinne, die man töten könnte, sondern der Leser!“

Mit anspruchsvoller Leichtigkeit und feiner Ironie holt Doris Dörrie ihre Hauptfigur immer wieder von ihren Träumen auf den Boden der Tatsachen zurück. „Diebe und Vampire“ bezieht sich auf das Talent von Schriftstellern, andere auszusaugen und zu bestehlen. Auch Meisterin Dörrie beherrschst wohl diese Kunst, sonst wäre ihr Roman kaum so gelungen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s