Vertreibung aus dem Paradies

chanterEngland trocknet aus. Schon seit einem Jahr hat es nicht mehr geregnet. Bevor die große Dürre beginnt, kaufen Ruth und Mark, ein Londoner Ehepaar, ein Grundstück. Der Makler nennt das Anwesen „Die Quelle“ – so heißt Catherine Chanters außergewöhnlicher Debütroman (S. Fischer). Ruth und Mark bauen Obst und Gemüse an, halten sich Schafe, Hühner und Ferkel. Eine Idylle, so scheint es. Als im ganzen Land das Wasser ausbleibt, fällt auf dem Grundstück weiterhin ein mysteriöser Regen. Die Quelle wird zur Mediensensation. Reporter belagern das Anwesen, Freaks campieren auf den Zufahrtsstraßen. Vier Frauen vom „Orden der Rose von Jericho“ errichten ein Nonnenkloster und erklären Ruth zu einer Göttin, ihr Grundstück zu einem heiligen Ort. Via Livestream übertragen sie ihre Gebete in die ganze Welt. Catherine Chanters eindringlicher Roman ist ein Mix aus Umwelt-Thriller, Psychogramm einer Ehe, Mediensatire und Sekten-Drama. Aufregend und raffiniert konstruiert.

 

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