Krimis & Thriller · Neuerscheinung · Rezension

Dunkler Trip

dopeHard-boiled Romane? Reine Männersache, so scheint es: Raymond Chandler, Dashiell Hammett, James Ellroy. US-Autorin Sara Gran beweist jedoch, dass auch Frauen abgebrüht, cool und hart schreiben können. Und dass weibliche Ermittler ebenso lässig agieren wie männliche. Bestes Beispiel: Grans neuer Roman „Dope“ (Droemer), in den USA schon 2006 vor der erfolgreichen Claire-de-Witt-Reihe erschienen. Hauptfigur Josephine (Joe), Ex-Junkie, Ex-Trickdiebin, Ex-Alki, schlittert in einen spannenden Fall. Ein vermögender New Yorker Anwalt beauftragt sie, seine verschwundene, drogenabhängige Tochter zu suchen. Also zieht Joe als Privatdetektivin los, befragt Dealer, Barkeeper, Nutten, Süchtige. Sara Gran schildert die Recherche aus Joes Perspektive – lakonisch und schnörkellos. Man spürt, dass sie ihre Protagonistin liebt, und dass hinter der rauen Schale Joes eine verletzliche junge Frau steckt. Eine, die mit ihrer verpfuschten Kindheit hadert und mit der kaputten Beziehung zu ihrer Schwester. Kurzum: „Dope“ ist zwar herb, aber nicht gefühllos. Ein spannender Trip durch Kneipen, Clubs und Bars im New York der 1950er.

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