Das Fenster zum Hof

reich„Ein Reigen aus Tripplerinnen und Trottern, und alle heulten sie den Mond an.“ So beschreibt Ada die Paare, die sie draußen im Innenhof beobachtet. Sie selbst sitzt drinnen im Wohnzimmer, wie James Stewart in Hitchcocks „Das Fenster zum Hof“. Die Paare gehen zur Therapie, und Ada filmt, in welchem Zustand sie kommen – und gehen. In „Die Nächte an ihrer Seite“ (Hanser) zeigt Annika Reich, wie sich Paare entfremden, wiederfinden, trennen. Doch die knappen Hinterhof-Szenen bilden nur eine Art Rahmenhandlung ihres kreativ komponierten Romans. Reich porträtiert zwei Frauen: Ada, die Berliner Kamerafrau, und Sira, Tochter ägyptischer Eltern, die 2011 bei einem Besuch in Kairo mitten in den Arabischen Frühling platzt. Zwei Frauen, die ihren Weg suchen. Und finden. Ein literarischer Beziehungsroman, der bewusst aus dem Rahmen fällt – in klarer, bisweilen kühler Prosa, mit Zäsuren und wechselnden Perspektiven.

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