Namibia!

jaumannBernhard Jaumann war mal Lehrer für Deutsch, Geschichte und Sozialkunde. Inzwischen ist er ein vielfach ausgezeichneter Autor – „Der lange Schatten“ (Kindler) heißt sein neuer Kriminalroman. In gewisser Weise geht es auch darin um Deutsch, Geschichte und Sozialkunde. Und vor allem: um Namibia, einst deutsche Kolonie. Jaumann erzählt parallel drei miteinander verbundene Geschichten: In Freiburg wird das Grab des Rassenforschers Eugen Fischer geschändet. In Windhoek wird die Frau des deutschen Botschafters entführt. In Berlin wird ein Polizist umgebracht, während eine Delegation aus Namibia ankommt. Alle drei Taten stehen in Zusammenhang mit der deutschen Besetzung Namibias.

Doch wie? Das recherchieren die Ex-Polizistin Clemencia Garises in Namibia und der Journalist Claus Tiedke in Berlin. Bernhard Jaumann packt eine Vielzahl von politischen und historischen Deatils in seinen Plot, ohne ihn zu überladen. Beste Szene: Als ein vor der Polizei geflohener Mann aus Namibia von einem Berliner Pastor aufgenommen wird. Die beiden diskutieren in einem kleinen Garten über Politik und Menschenrechte, trinken Wein, schweigen. Und am Ende ist einer von beiden tot. Ein intelligenter Polit-Thriller um Fragen von Schuld und Wiedergutmachung, von Kolonialverbrechen und Kinderadoptionen aus Afrika. 

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