Dickens, Dostojewski, Katzenbach

katz„Das einzige, wofür ich mich in der Schule und im Studium wirklich interessierte, war Literatur“ hat mir US-Bestsellerautor John Katzenbach erzählt. Ich moderiere gerade seine große Lesereise quer durch Deutschland (heute Abend in Köln) – und stelle bei jeder Lesung fest, wie sehr Katzenbach von Dickens, Dostojewski & Co. geprägt wurde. Er erinnert sich: „Als ich 17 war, lief ich rum wie die Hauptfigur aus „Schuld und Sühne“: Ein abgerissener, aber auf cool machender Student, lange Haare, dunkler Mantel. Ich stellte mir vor, dass ich unter dem Mantel eine Axt verstecken könnte und malte mir ein Verbrechen aus, das ich begehen könnte.“ Tatsächlich blieb John Katzenbach der Literatur treu, und er wurde zum Glück nicht kriminell. Nach vielen Jahren als Gerichtsreporter in Miami begann er 1983 mit dem Schreiben – soeben ist sein 13. Thriller „Der Psychiater“ (Droemer) erschienen. „Man muss schon einen gewissen Grad von Verrücktheit besitzen, um Autor zu sein“ sagt Katzenbach. Auf unserer Lesung in Hannover zückte er spontan sein Portemonnaie, als wir über Dickens und Dostojewski sprachen, und zog seinen alten Studentenausweis hervor. Ja, lange Haare hatte er damals wirklich. Und er sah tatsächlich ein bisschen aus wie der Student aus „Schuld und Sühne“.

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