Unter Büffeln

williamsSehr schade. Dass John Williams den Riesenerfolg seiner Romane nicht mehr erlebt. Er starb 1994 und schrieb schon 1960 „Butcher´s Crossing“ (dtv) – nach „Stoner“ sein „neuester“ Bestseller.

Boston, 1870: Will Andrews, ein Harvardstudent, kehrt der Zivilisation den Rücken. Er pfeift auf eine Karriere, und sucht stattdessen die Wildnis und das Abenteuer. Andrews reist zunächst nach Butcher’s Crossing, einem staubigen Kaff in Kansas. Dort hausen Jäger, Geschäftsleute, Huren und Handlanger. Sie leben von der Büffeljagd, vom Verkauf von Fleisch, Fell und Haut der Tiere. Der junge Mann schließt sich einem Trupp an, der eine Expedition zu einer Herde Büffel tief in den Colorado Rockies wagen will. In klarer, feiner Prosa und mit erstaunlicher Ruhe beschreibt John Williams den gefährlichen Trip. Er ist ein präziser Beobachter. Die Endlosigkeit der Prärie, das Büffelgras, das seine Farbe ändert, das Jagen und Häuten der Tiere – all das wird so sichtbar als befände sich hinter den Romanseiten eine Leinwand „Butcher´s Crossing“ ist nicht nur ein großer Western über die letzten Büffeljäger Amerikas, sondern auch ein literarischer Reisebericht ins Innere eines jungen Mannes. John Williams erzählt eine einfache, tiefsinnige Geschichte. Über das, was einen Menschen erwartet, der in die Ferne zieht. Und das, was aus ihm dabei wird.

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