Krimis & Thriller · Rezension · Romane

Fesselnd: Israels John Grisham

shohamMichal Poleg riskiert ihr Leben für illegale Einwanderer und Flüchtlinge. Die junge Israelin arbeitet in einer Tel Aviver Hilfsorganisation, betreut und unterstützt vor allem Afrikaner. Eines Tages ist sie tot. Erschlagen. Liad Shoham macht aus diesem Mord in „Stadt der Verlorenen“ (DuMont) keinen normalen Thriller oder Krimi. Vielmehr zeichnet er ein kritisches Gesellschaftsporträt, blickt hinter die Kulissen von Staat, Justiz, NGOs, Polizei und Politik. Shoham, selbst Anwalt, interessiert sich für die komplexen Zusammenhänge hinter Verbrechen – diesmal beleuchtet er den Umgang mit Einwanderern. „Entwickelte Volkswirtschaften gründeten auf Sklaven und die gab es in der Dritten Welt im Überfluss“ schreibt er über den Profit, der aus dem Zuzug von Hilfsarbeitern geschlagen wird. Bald nach dem Mord gesteht ein Eritreer die Tat, doch die Ermittlerin Anat Nachmias glaubt nicht an seine Schuld. Tatsächlich wurde der Afrikaner von Schleppern zu seinem Geständnis gezwungen. Und ein Staatsanwalt gerät unter Verdacht, der wahre Täter zu sein. Liad Shoham ist kein Autor, der mit simpler Action die Stimmung anheizt, sondern ganz nah an seinen Protagonisten dranbleibt. Aus deren subjektiven Perspektiven ergibt sich ein objektives Bild. Es sind die Menschen in Systemen, Apparaten und Gesesllschaften, die durch ihr Handeln etwas bewegen oder nicht, zeigt Shoham. Ein fesselnder gesellschaftspolitischer Roman vom John Grisham Israels.

2 Kommentare zu „Fesselnd: Israels John Grisham

    1. Gerne – ja, auch der neue Roman von Shoham lohnt sich. Ist darüber hinaus sehr aktuell: Im Einwandererland Israel wird zurzeit noch kontroverser über Flüchtlinge diskutiert als bei uns.

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