Neuerscheinung

Ein Flusspferd allein macht keine Literatur

geigerZugegeben: Das gelungene Cover macht neugierig. Und die Idee, einem Flusspferd eine Rolle zu geben, ist einzigartig. Arno Geigers neuer Roman „Selbstporträt mit Flusspferd“ (Hanser) ist dennoch über weite Strecken erschreckend belanglos. Der Ich-Erzähler, ein Student der Veterinärmedizin, kommt nicht über die Trennung von seiner Ex-Freundin hinweg. In den Sommerferien pflegt er das Flusspferd seines Professors – und sinniert über sein Leben: „Ich suchte etwas, das die Lücke füllen sollte, und fand nichts. Ich suchte, ich suchte, ich suchte, angespannt, eifrig, schweigsam.“ Leider erweckt auch Arno Geigers Plot den Eindruck, als suche er nach etwas, nach Spannung vielleicht, nach einem Sinn, oder einer Wendung. Doch es gibt nicht viel mehr als einen weinerlichen jungen Mann und – zum Glück! – das Flusspferd. Bei Haruki Murakami können sogar belanglose Befindlichkeiten eines Studenten begeistern („Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tatsaki“) – bei Geiger sorgen sie für gehobenes Gähnen. Außer einigen amüsanten Szenen und zwei, drei überzeugenden melancholischen Momenten ist da: nicht viel.

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