Neuerscheinung · Rezension · Romane

Familiendrama aus Nigeria

flussAkure, im Westen Nigerias. Chigozie Obioma beschreibt in seinem Debütroman „Der dunkle Fluss“ (Aufbau) den Alltag einer Familie mit sechs Söhnen. Einer von ihnen, Benjamin, fungiert als Ich-Erzähler. Er beginnt jedes Kapitel mit einem ungewöhnlichen Vergleich. „Obeme dachte wie ein Spürhund“, „Spinnen waren Trauertiere“ oder „Ich war eine Motte“ notiert er, und liefert anschließend eine überzeugende Erklärung für seine Metaphern. Seine zunächst scheinbar harmlose Geschwister-Geschichten münden in ein bewegendes Familiendrama: „Es begann eine Phase, in der die Schädel aneinanderprallten und die Leere explodierte.“ Trotz eines Mordes innerhalb der Familie und großer Tragik vertraut Obioma auf einen leichten Tonfall ohne Pathos. Mit seiner sympathischen, bisweilen poetischen Prosa weckt er Mitgefühl für seine Figuren. Der 28jährige Autor, der in Michigan und auf Zypern studierte, hat einen glänzenden Roman geschrieben, über den düstere Wolken ziehen.

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