Rezension · Romane

Frau im Wald

knechtAus, vorbei: Marians früheres Leben in der Großstadt. Die Mode-Designerin ist bankrott, finanziell und psychisch. In einem abgelegenen Haus versucht sie, zur Ruhe zu kommen. Zu sich. Doch das ist gar nicht so leicht, wie Doris Knecht in „Wald“ (Rowohlt Berlin) zeigt. Marian kämpft mit ihrem Neuanfang, mit Mausefallen, Gemüsebeeten, selbst eingemachter Marmelade und mit Gesichtsfalten. Und mit einem neuen Mann:

„Sie ist froh, dass sie an Franz denkt und nicht an Bruno, und sie denkt daran, warum sie Franz hat und warum sie ihn jetzt hat und warum sie früher keinen Franz hatte. Und ob es nicht besser gewesen wäre, einen Franz zu haben, damals schon, ob es nicht immer schon besser gewesen wäre.“

Doris Knecht erzählt erfrischend unsentimental. Hinter ihrer sprachlichen Eleganz und Kreativität lauert stets eine anregende Schärfe, eine feine Bissigkeit. Trotzdem mag sie ihre Hauptfigur, hat Mitgefühl. Obwohl sie Marian schonungslos auf den Zahn fühlt. – Originelle Waldliteratur.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s