Rezension · Romane

Liebe. Und ein bisschen Twin Peaks…

druryJa, das ist eine Liebesgeschichte. Keine normale. Sondern eine ganz wunderbare, wundersame, geheimnisvolle. „Das stille Land“ (Klett-Cotta) von Tom Drury spielt dezent mit Thriller- und Mystery-Elementen. Und doch geht es vor allem um die Beziehung zwischen Pierre und Stella, beide etwa 20 Jahre alt. Sie scheinen sich bereits zu kennen, als sie aufeinandertreffen.  Hinter Tom Drurys scheinbar einfacher Sprache schimmert etwas Melancholisches und Rätselhaftes, eine Prise Twin Peaks. Seine Protagonisten aus dem US-Provinzstädtchen Shale sind einerseits gewöhnliche Typen, andererseits legen sie z.B. eine Lichterkette um einen Bonsai, verfassen anmutige Gedichte oder sitzen in einer Bar und sprechen über Motorsensen und Küchenabfallzerkleinerer. Tom Drury hat ein Gespür für originelle Dialoge und philosophische Formulierungen. „Vielleicht ist die Zukunft einfach nur ein Ort, an dem man noch nie war“ meint etwa Pierre. Und fragt ein anderes Mal: „Wie wäre es, wenn es eine Sprache gäbe, die nur aus einem Wort bestünde?“ Kurzum: Drurys Roman umgibt ein Zauber, den man erlesen muss, um ihn zu verstehen. Sein 217-Seiten-Buch handelt von den magischen Momenten einer Liebe und schicksalshaften Verkettungen. Bewegend! Bis auf das unpassende Cover. 

2 Kommentare zu „Liebe. Und ein bisschen Twin Peaks…

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