Sylt, mal ganz anders

lebertDanke, Benjamin Lebert! Dafür, dass Sylt in seinem aktuellen Roman nicht die übliche Rolle einer VIP- oder Urlaubsinsel spielt. In „Mitternachtsweg“ (Hoffmann und Campe) spürt Lebert die verborgenen, dunklen Ecken Sylts und ihre Legenden auf. Und vor allem: Einen Friedhof für gestrandete Seeleute. Nach mehr als hundert Jahren wird dort wieder ein Mann begraben – dessen Schicksal nun mehrere Personen beschäftigt. Einen jungen, seltsamen Historiker, einen alten Journalisten und eine rätselhafte Frau, die offenbar als einzige die Geschichte des Toten kennt. Lebert wählt verschiedene Perspektiven und Zeitebenen, um seinen Plot abwechslungsreicher zu gestalten. Was jedoch dazu führt, dass er etwas konstruiert wirkt. Seine manchmal arg baukastenähnliche Prosa („als ein nebelverhangener Samstag heraufdämmerte“) macht´s nicht besser. Schade. Denn diese mystische Geschichte über die Unergründlichkeit der See und der Liebe hätte durchaus Potential gehabt.

 

3 Kommentare
  1. Der fettgedruckte Baukastenvorwurf hat – natürlich – meine Neugier geweckt. Das angeführte Beispiel lässt mich allerdings ratlos zurück. Aus welchen verschiedenen Baukästen soll der Satz denn gezimmert sein? Wetter + Wochentag + Tageszeit?

    • Ich dachte eher an den allzu oft verwendeten Baukasten für Autoren, die mit typischen Formulierungen bestimmte Stimmungen erzeugen wollen…

      • Ach so. Beim Baukastenprinzip dachte ich eher an Versatzstücke im Plot … 🙂

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