Von Männern, die keine Frauen haben

murakaLeise, unaufdringlich und taktvoll. So flüstert uns Haruki Murakami seine neuen Kurzgeschichten zu. Er erzählt „Von Männern, die keine Frauen haben“ (DuMont), was nicht ganz stimmt, denn einige seiner Figuren haben oder hatten durchaus Frauen. Aber sie zögern und leiden, sind verunsichert, verstört. Der Student Kitaru etwa, der sich nicht traut, mit seiner engsten Freundin zu schlafen. Der Schauspieler Kafuku, der um seine verstorbene Frau trauert. Der Einsiedler Habara, der nicht begreift, warum er Sex mit einer Frau hat, die alle Einkäufe für ihn erledigt. Oder der Schönheitschirurg Dr. Tokai, der sich aus Liebeskummer zu Tode hungert. Murakami porträtiert ziemlich nüchtern diese Männer, und doch spürt man, wie nah er ihnen ist, wie sehr er sie schätzt und sie seinen Lesern nicht ausliefern möchte. Vielmehr beobachtet er die schüchternen Wesen wie ein Therapeut, und er urteilt nicht. Murakamis Prosa ist rein wie Quellwasser. Und doch gibt es darin Untiefen, versteckte Strömungen, Temperaturwechsel. Und, klar: Auch diese sieben Geschichten sind von dem gewissen wunderbaren Zauber umgeben, der fast alle Texte Murakamis auszeichnet.

1 Kommentar
  1. ich denk es lohnt sich dieses Buch zu kaufen
    nach der Beschreibung
    muss ich ja jetzt schon lachen

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