Rezension · Romane

Arne Dahl, der Intellektuelle

arneGestern Abend beim größten Krimifestival Europas, „Mord am Hellweg“: Arne Dahl sitzt in der Lohnhalle einer Zeche in Ahlen. Vor ihm: 300 Zuschauer. Neben ihm: Der Moderator – ich. Wieder einmal fasziniert mich Dahl, der Intellektuelle unter den erfolgreichsten europäischen Thriller- autoren. Warum? Weil er Anspruch und Unterhaltung perfekt kombiniert. Weil er kein aufgesetzter Entertainer ist, sondern ernsthaft und bescheiden über Politik und Europa, über Kultur und seine Bücher spricht.

Der elfte Gast“ (Piper) heißt Dahls neuer Roman mit der legendären A-Gruppe. Die zehn Ex-Mitglieder dieser schwedischen Sondereinheit treffen sich in einem Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert. Der Grund: Eine geheimnisvolle Einladung. An einer großen Tafel sitzend, erzählt jeder Polizist eine Geschichte. Über rätselhafte Träume, schaurige Begegnungen, übersinnliche Erlebnisse. Je länger der Abend dauert, desto klarer wird der A-Gruppe, dass sie ein Rätsel lösen soll, das eng mit der Geschichte dieses Hauses und ihrer eigenen verbunden ist. Ein merkwürdiger elfter Gast gibt ihnen dazu Hinweise. Arne Dahl hat mit diesem definitiv letzten Buch seiner Serie ausnahmsweise keinen Polit-Thriller geschrieben. Sondern ein raffiniertes Puzzle über die Macht von Märchen und die Doppelbödigkeit von Literatur.

2 Kommentare zu „Arne Dahl, der Intellektuelle

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