Der beste Roman des Jahres (?)

auby1Verlogen und selbstverliebt ist sie, die Literaturbranche. Behauptet Edward St Aubyn in „Der beste Roman des Jahres“ (Piper). Ob Lektoren, Schriftsteller, Journalisten, Kulturpolitiker oder Jurymitglieder: Sie alle sind von egoistischen Motiven getrieben, sie tricksen und intrigieren. Für seine Abrechnung mit dem Kulturbetrieb konzentriert sich St Aubyn auf die Vergabe eines fiktiven Literaturpreises. Der Aufsichtsratsvorsitzende verschafft einem Parlamentshinterbänkler die Leitung der Jury – so nimmt das Drama seinen Lauf. Denn Malcolm Craig, so heißt der Politiker, interessiert sich kein bisschen für Literatur. Im Rampenlicht steht er allerdings gerne, ebenso wie die Mitglieder seiner Jury: Eine arrogante Kolumnistin, ein populärer Schauspieler, eine überhebliche Akademikerin und eine alte Freundin des Konzernchefs. Diese fünf Personen haben nun Macht, und die komplette Branche buhlt um ihre Gunst. Bis die Longlist für den Preis steht, und später die Shortlist, wird hinter den Kulissen ein absurdes Theater gespielt. Eines, das Edward St Aubyn in funkelnden, spöttischen Sätzen beschreibt. Fazit: Eine furiose, bitterböse Satire – köstlich!

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