Wiedersehen nach 27 Jahren

blondelSchade. Es hätte ein ergreifender Roman werden können. „6 Uhr 41“ (Deuticke) von Jean-Philippe Blondel spielt mit den großen Lebens- und Beziehungsfragen: Ob man früher schon war, was man heute ist… Was passiert wäre, wenn man den Ex-Partner nicht verlassen hätte… Der französische Autor wählt dafür eine spannende Konstellation: Im Frühzug nach Paris treffen ein Mann und eine Frau aufeinander, die vor 27 Jahren ein Paar waren. Sie erkennen sich, sprechen aber nicht miteinander. Stattdessen erinnern sich Cécile und Philippe an ihre gemeinsame Zeit. Im Roman gibt Blondel ihre inneren Monologe wieder – die wechselnde Perspektive ist eine bestechende Idee. Eine, aus der er jedoch kein literarisches Kapital schlägt. Denn Blondels Sätze sind so simpel, so banal, dass kaum Mitgefühl mit den Figuren aufkommt und eine Identifikation schwer fällt. Der kurze Roman wirkt wie ein vielversprechendes Exposé, an dem noch gefeilt werden müsste. Wie gesagt: Schade.

4 Kommentare
  1. Ging mir ganz ähnlich. Es plätscherte so dahin und an mir vorbei. Ich hatte nicht mal Lust, etwas darüber zu schreiben.

    • Dann bin ich beruhigt, dass ich nicht allein mit meiner Kritik dastehe 😉

  2. Lieber Günter, Claudelmhätte das anders erzählt. Herzlich, Monika

    • Stimmt, Claudel wäre mit dieser Story sicher sorgfältiger umgegangen als Blondel.

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