Genazinos sonderbare Männerwelt

genazinoKein Wunder, dass Wilhelm Genazino polarisiert. Seine Prosa ist so – ja, was eigentlich? So eigen. So seltsam. So verstörend. Und vielleicht gerade deswegen so großartig. In seinem aktuellen Roman „Bei Regen im Saal“ (Hanser) erleben Genazinos Leser einen gebildeten Mann mittleren Alters im Alltag (wie in jedem seiner Bücher). Der Ich-Erzähler liebt Frauenbrüste, hat Hunger, fühlt sich erschöpft, denkt oft an seine verstorbene Mutter, rasiert sich zunehmend selten und versucht, seine Beziehung zu Sonja zu verstehen. Hmmm. Klingt banal bis neurotisch. Ist es auch. Aber Genazino schildert diese Männerwelt so absurd, komisch und philosophisch, dass es ein Vergnügen ist. Manchen Lesern geht Genazino dennoch auf die Nerven – aber selbst die werden zustimmen, dass der 71jährige ein brillanter Wortschöpfer ist. Kleiner Auszug aus seiner aktuellen Schatzkiste: Halberlebnis, Kultursucht, Rucksackfamilie, Verharrungslust, Romanhaftigkeit. 

 

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