Warum mich mein Postbote hasst

IFIch möchte es gar nicht wissen: Wie er flucht, ächzt, motzt. Wie er über mich herzieht. Mein Postbote. Denn ich bin sein Alptraum, sein Horror. Für keinen anderen muss er so viel schleppen. Stapelweise neue Bücher bekomme ich schon seit Jahren geschickt. Seitdem ich zusätzlich über Bücher blogge, sind es NOCH mehr geworden. Und seit ich in der Jury für den Stuttgarter Krimipreis 2015 sitze, NOCH mehr. Bald kommt eine weitere Jury hinzu – was dann? Besonders perfide: Ich wohne im 4. Stock. Ohne Aufzug. Da muss der Postbote rauf. Wenn ich ihn freundlich grüße, kneift er die Augen zusammen und grummelt irgendetwas. Oder bilde ich mir das nur ein? Neuerdings legen er und seine Paketdienst-Kollegen die Sendungen einfach mal in unteren Stockwerken ab. Oder kleben einen Abholschein an die Klingel, ohne es bei mir versucht zu haben. Übrigens: Das Foto zeigt den Pre-Messe-Bücherstapel vor meiner Tür, nachdem ich zwei Tage nicht da war.

12 Kommentare
  1. Ich schenke meiner Postbotin ab und zu ein Buch, und sie ist immer nett. 🙂 Nur der immer fröhliche DHL-Fahrer, der, wie ich unlängst erfahren habe, ihr Ehemann ist, war ausgesprochen mürrisch als ich letztes Jahr ein 50-Bücher-Paket gewonnen habe. Er hat es mir aber netterweise reingetragen.

    Viele Grüße
    die Tintenelfe

    • Den geplagten Trägern Bücher zu schenken ist eine gute Idee! Aber ob meiner überhaupt liest? Er wirkt nicht so 😉

      • Frag ihn mal! Vielleicht guckt er so missmutig, weil er die Bücher lieber selber lesen würde. 😉

  2. Achja, hassen ist vielleicht zuviel gesagt. Immerhin hat sein Job mit dir ja Zukunft. Du könntest ja auch eine Packstation nutzen, und das macht ihn dann etwas entbehrlicher. Will ja auch niemand wirklich.

    • Stimmt, Packstation wäre eine Alternative. Aber so ist´s natürlich herrlich bequem…

  3. schifferw sagte:

    Oh ja – ein nur allzu bekanntes Problem! Und hat man den Ärmsten oder die Ärmste mit freundlichen Gesprächen und Zuwendungen endlich auf die Seite des Empfängers gezogen, folgt prompt die Versetzung in ein anderes „Revier“. Und alles beginnt von vorn… Aber auf das gedruckte Buch verzichten? Nein!

    • Ja, dass dann plötzlich ein Neuer zuständig ist, habe ich auch schon erlebt. E-Books sind unter Postboten wahrscheinlich am beliebtesten von allen Berufsgruppen 😉

  4. Exzessives Lesen und Postboten scheinen irgendwie nicht kompatibel zu sein 🙂 Das Problem kommt mir bekannt vor … 🙂

  5. Bei mir landet vieles am Arbeitsplatz, was den heimischen Briefträger stark entlastet (der bringt nur Briefe vom Finanzamt und Rechnungen, wofür ich ihn (manchmal) hasse).
    Erinnere mich aber noch lebhaft an das Gesicht des DHL-Boten, als er die im Antiquariat georderte Brockhaus Enzyklopädie in 30 Bd. (verteilt auf zwei Großkartons) in den 3. Stock (Altbau=hohe Etagen) wuchten durfte. Leise geflucht hat der nicht. lg_jochen

  6. Also ich versüße meinen Bücherboten ihre anstrengende Arbeit durch regelmäßige Gaben von leckeren Knabberriegeln, Plätzchen, Eistee (im Sommer) und ausdrücklichem DANK für ihre Arbeit. Ausnahmslos alle reagieren angenehm überrascht und ganz erfreut auf diese WÜRDIGUNG.
    Und „mein“ DHL-Bote, der mich schon seit Jahren begleitet und mir die meisten Büchersendungen ins Haus trägt, bekommt zusätzlich zu Weihnachten eine ordentlich gefüllte Geschenktüte.

    Großzügige Grüße 😉
    Ulrike von Leselebenszeichen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: