Neuerscheinung · Rezension · Romane

Ritalin, LSD, Rivotril…

tao…Ecstasy, Adderall, Psilocybin: All diese Medikamente und Drogen spielen eine wichtige Rolle in „Taipeh“ (DuMont) von Tao Lin. Einer der meistdiskutierten Romane 2013 in den USA. Ein Kultbuch, angeblich. Liegt wohl auch daran, dass darin so viel Illegales konsumiert wird wie in keinem anderen aktuellen Roman. Kokain reichen sich die Protagonisten auf iPhones oder ziehen es sich „vom Bildschirm ihres MacBooks“. Na ja. Im Mittelpunkt der autobiografischen Geschichte steht Paul, ein 25jähriger Schriftsteller aus New York. Doch er schreibt kaum. Viel lieber mag er: Drogen und Partys. Und ausschweifende melancholische Gedanken. Außer immer neuen Exzessen und düsteren Reflexionen passiert nicht viel. Folgerichtig betäubt sich nicht nur die Hauptfigur mit Medikamenten, sondern auch Tao Lin seine Leser mit Redundanz. Ohne Zweifel ist er ein hochtalentierter Schreiber. Und „Taipeh“ kann man als treffenden, stilsicheren Roman über die Unmöglichkeit von Liebe in Zeiten des Internets betrachten. Doch schon nach der Hälfte dominiert gepflegte Langeweile. Muss man nur lesen, wenn man unter 30 Jahre alt ist und im hippen Metropolen-Kreativmilieu lebt. Sonst nicht.

 

6 Kommentare zu „Ritalin, LSD, Rivotril…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s