Neuerscheinung

Berlin, 1964

ortheilWas für ein Glück! Dass Schriftsteller Hanns-Josef Ortheil in seinem Familien-Archiv stöberte und einen Teil seines sehr frühen Frühwerks fand. „Die Berlinreise“ (Luchterhand) heißt das Tagebuch, das Ortheil 1964 verfasste – damals war er 12 Jahre alt. Nichts besonderes, könnte man meinen. Denn welches Kind macht nicht Notizen auf Reisen. Doch dieses 280-Seiten-Doku- ment ist wie eine kleine Schatztruhe. Ortheil erzählt darin vom Aufenthalt mit seinem Vater in Berlin. Neugierig, warmherzig, scharf beobachtend, schlau reflektierend. Als 12jähriger! Da Ortheils Eltern von 1939 bis 45 in Berlin lebten, und während der Bombenangriffe einen Sohn verloren, ist diese Reise für seinen Vater auch eine Reise in eine schlimme Vergangenheit. Sein Sohn, der Nachgeborene, ahnt jedoch nur, was im Krieg passierte. Der kleine Hanns-Josef liest Winnetou III, analysiert die Berliner und notiert fasziniert, wie gerührt die Erwachsenen sind, wenn sie von „früher“ sprechen. „Die Berlinreise“ ist ein grandioses Stück Zeitgeschichte: Berührend, lustig und liebevoll. Kein Wunder, dass aus diesem begabten Jungen ein großer Schriftsteller wurde!

 

Ein Kommentar zu „Berlin, 1964

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