Interview

Im Interview: Mikael Niemi

IFMit „Populärmusik aus Vittula“ wurde Mikael Niemi berühmt. Ich habe den 54jährigen Schweden interviewt – über Naturkatastrophen, seinen eigenen Wald und „Die Flutwelle“ (btb):

Bis jetzt galten Sie als Experte für liebenswert-skurrile Figuren und schräge Plots. Mit Ihrem Umwelt-Thriller werden Sie viele Leser überraschen. Das kann durchaus sein. Allerdings schildere ich die Flutwelle aus der Perspektive von zahlreichen Protagonisten. Manche davon sind wieder liebenswert oder schräg. Der Grundton dieses Romans ist jedoch tatsächlich ernster. Wenn die Flutwelle alles mitreißt, bleiben nur noch die großen Fragen: Was ist mir wirklich wichtig? Wie verhalte ich mich, wenn nur noch wenig Zeit bis zum Tod bleibt? Ich schildere Szenen wie in einem Krieg, und meine Figuren müssen schwere Entscheidungen treffen.

Einer Ihrer Protagonisten hat nur wenige Minuten Zeit, um persönliche Dinge aus seinem Haus mitzunehmen. Was würden Sie selbst einpacken? Alte Fotografien aus den 50er und 60er Jahren. Sie zeigen meine Eltern, Geschwister und mich in einer Zeit, in der es noch keine Computer oder Digitalkameras gab. Es würde mir das Herz zerreißen, diese Bilder zu verlieren.

Sie leben seit Ihrer Geburt auf dem Land. Inwiefern hat Sie das geprägt? Ich habe großen Respekt vor der Natur und den Tieren. Ohne die Berge, Flüsse und Wälder meiner Heimat könnte ich es nur schwer auf Dauer aushalten. Ich liebe es zu fischen und zu jagen. Außerdem spiele ich gerne Traditionslieder auf dem Akkordeon und der Gitarre. Eine Folge meiner Kindheit ohne jeden Luxus ist wohl auch, dass ich sehr bescheiden leben kann.

Wofür geben Sie dann Ihr Geld aus? Von den Einnahmen von „Populärmusik aus Vittula“ habe ich mir einen Wald gekauft!

Einen bestimmten? Ja. Den, der meinen Eltern gehört hatte. Sie mussten ihn verkaufen und zusehen, wie er über viele Jahre hinweg schlecht versorgt wurde. Als er eines Tages zur Versteigerung angeboten wurde, saßen mein Vater und ich im Publikum und boten mit. Wir waren unendlich glücklich, als wir schließlich den Zuschlag bekamen.

Ein Kommentar zu „Im Interview: Mikael Niemi

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