Neuerscheinung · Rezension · Romane

Bäume, die in den Himmel wachsen

amiKleiner Verlag, unbekannter Autor. Und plötzlich: Eine großartige literarische Überraschung. Das ist die Kurzversion von Richard Lorenz´ Roman „Amerika Plakate“ (Edition Phantasia). Es gibt aber noch mehr dazu zu sagen. Viel mehr: Die melancholische Geschichte spielt in Brooklyn und Giesing. Folgerichtig erinnert Lorenz´ Prosa an Paul Auster und Friedrich Ani – beide kommen im Buch auch vor. Genauso wie Musik von Bob Dylan und Tom Waits. Wehmütig und verspielt erzählt Lorenz von einem Mann, der schon tot ist. Leibrand heißt er, ein Außenseiter. Hört Leonard Cohen, raucht Zigaretten und malt Amerika-Plakate. Sein bester Freund erinnert sich an Leibrand, seine Erzählungen, sein sonderbares Verhalten. Er weiß genau, was diesen Mann antrieb: Seine Sehnsucht. Nach Brooklyn. Nach Suzanne, einem Mädchen mit feuerroten Haaren und dem Kuss, der nach Zuckerwatte schmeckte. Richard Lorenz zeichnet sein feinsinniges, gelegentlich etwas beutungsschweres Porträt aus verschiedenen Perspektiven. Erinnerungen, Träume und Realität fließen ineinander. Kein Wunder, dass nicht nur Glühwürmchen, Friedhofsmauern und Schneebälle eine wichtige Rolle spielen. Sondern auch Gespenster. Zumindest jene in den Köpfen der Menschen. „Amerika Plakate“ ist ein Buch, das berührt. Über Freunde, „die so nahe sind wie der eigene Atemzug.“ Und über Bäume, die in den Himmel wachsen, „und noch viel weiter“.

2 Kommentare zu „Bäume, die in den Himmel wachsen

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