New York 1985, 1941, 1918

greer2Ziemlich abgenutzt, das Thema „Zeitreise“ in einem Roman. Könnte man meinen. Aber dann kommt Andrew Sean Greer daher – mit „Ein unmögliches Leben“ (S. Fischer). Er zeigt, dass man doch noch etwas Neues, Überraschendes, Über- zeugendes daraus machen kann. Greers Trick: Seine Hauptfigur Greta Wells, eine junge New Yorkerin, bleibt immer ganz nah bei sich. Auch, wenn sie plötzlich im Jahr 1918 aufwacht. Und anschließend 1941. Und dann wieder in den 80ern. Halluzinationen wegen einer Elektroschock-Behandlung – das ist die offizielle Erklärung. Doch Greta spürt: Es ist tatsächlich sie selbst, die in drei Welten lebt, immer wieder der Reihe nach. Dabei entdeckt sie neue Seiten an sich, ihrem Ehemann Nathan, ihrem Bruder Felix. Oft nur in einer Epoche. In der nächsten ist wieder alles anders. Andrew Sean Greer bringt seine Hauptfigur zwar in eine komfortable Lage (drei Lebensentwürfe!), stürzt sie jedoch auch in ein Dilemma: Nirgends kann Greta auf Dauer bleiben, und keine der drei Welten macht sie rundum zufrieden. Wo ist ihr Weg, ihr Glück? „Ein unmögliches Leben“ wirft philosophische Fragen auf: Wie wären wir unter anderen Umständen? Und wer wollen wir eigentlich sein? Ein atmosphärischer, eindringlicher Roman über die Suche nach sich selbst.

3 Kommentare
  1. Hmm, da bin ich dann doch mal anderer Meinung als du … ich fand das Buch leider etwas flach und oberflächlich. Die Sprache und auch die Idee haben mich begeistert, darüber hinaus ist der Funke aber leider nicht über gesprungen.

  2. Ja, ich hab´s schon auf deinem Blog gelesen 🙂 Anfangs sprang der Funke auch bei mir nicht so über und ich hatte den Eindruck, der Roman basiere vor allem auf dieser tollen Idee und deren Umsetzung. Aber je mehr ich las, umso mehr berührten mich Gretas Geschichten und schließlich landete ich selbst bei den o.g. großen Fragen.

  3. Klingt interessant. Ich habe zum Thema Zeitreisen nur dieses eine bekannte Buch Die Frau des Zeitreisenden gelesen und war damals sehr erstaunt das es mich so in seinen Bann zog. Grade so ein Thema eines 3fachen Lebensentwurfes kann doch wahrscheinlich stark dazu anregen sich nicht zu sehr in den Wunschträumen zu verlieren was wäre wenn und so… na mal schaun ob es mir über den Weg läuft, das Buch.

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