Neuerscheinung · Rezension · Romane

Darf ein Autor so grausam sein?

bunkiGrau, schwarz, düster. Das Cover von Kevin Brooks´ „Bunker Diary“ (dtv) sorgt nicht unbedingt für Frühlingsgefühle. Soll es auch gar nicht. Denn der Inhalt ist grausam. Schockierend. Und er macht unfassbar traurig. Über die Original- fassung habe ich bereits 2013 berichtet – nun liegt der heiß diskutierte „Jugendroman“ auch auf Deutsch vor. Schon mahnen Kritiker: die Handlung sei zu heftig für junge Leser, Literatur solle Teenager doch besser aufmuntern. Interessant, dass sich dieser Vorwurf an ein Buch richtet, und nicht an gewaltverherrlichende Computerspiele oder Actionfilme. Apropos sinnlose Gewalt: die wird in „Bunker Diary“ nie direkt beschrieben. Kevin Brooks packt seine Leser vielmehr mit psychologischer Raffinesse. Sein Tagebuch eines entführten 16jährigen Jungen lässt niemanden kalt. Was in dem Bunker, in dem er gefangen gehalten wird, passiert, ist kaum zu ertragen. Brooks´ Genialität liegt darin, trotz des brutalen Themas mitfühlend und menschlich zu schreiben. Und dem Opfer eine ganz eigene Stimme und Sprache zu geben. Das Buch löst also kontroverse Debatten aus – na und? Wozu ist Literatur da, wenn nicht, um starke Gefühle zu erzeugen? Meine Empfehlung: unbedingt lesen! „Bunker Diary“ ist ein Meisterwerk. Für Jugendliche und Erwachsene, die herausgefordert werden wollen.

4 Kommentare zu „Darf ein Autor so grausam sein?

  1. Wenn ich mich nicht irre, hattest du bereits schon vor einer Weile über das Buch berichtet, oder? Auf jeden Fall habe ich es mir irgendwann notiert und seitdem steht es ganz oben auf der Wunschliste – nun muss ich es mir nur noch kaufen. 🙂

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