Rezension · Romane

Lebensform von mittelmäßiger Intelligenz

haigiBücher über Außerirdische? Normalerweise nicht mein Fall. „Ich und die Menschen“ (dtv) von Matt Haig empfehle ich trotzdem. Hauptunterschied zu Sciene-Fiction-Romanen: Haigs Außerirdischer kommt in Gestalt eines Mathe- matikprofessors auf die Erde. Er tötet nicht, sondern beobachtet kopfschüttelnd die Menschen. Was ihn besonders irritiert: wie unglücklich sie sich machen, indem sie durch Shopping, Karrieredenken und Fernsehen glücklicher werden wollen. Der Außerirdische hält diese seltsame Spezies für eine Lebens- form von mittelmäßiger Intelligenz. Doch je länger er unter den Menschen verweilt, umso mehr bröckeln seine Vorurteile. Er spürt: all das, was es auf seinem Planeten nicht gibt (Verzweiflung, Krankheit, Tod), gleichen die Menschen durch Liebe, Musik und Literatur aus. Matt Haigs Erzählperspektive sorgt für komische und anrührende Momente – der Blick des Außerirdischen offenbart Skurrilitäten und Widersprüche. „Ich und die Menschen“ ist ein amüsanter, kluger Reisebericht mit einem Schuss Philosophie und Mathematik. „Auf der Erde nennt man es Zivilisation, wenn sich eine Gruppe von Menschen zusammentut und gemeinsam seine Instinkte unterdrückt“.

 

2 Kommentare zu „Lebensform von mittelmäßiger Intelligenz

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