Dorfklatsch und DDR-Legenden

festAls Schriftsteller darf man alles – vorausgesetzt, man macht es gut. Sasa Stanisic etwa schreibt Sätze, für die Lehrer ihren Schülern die Note 5 geben müssten, was den Satzbau betrifft: „Grashüpfer. Schwalben. Wespen. Alle sehr müde, sehr.“ Stanisic bekommt dafür: den Preis der Leipziger Buchmesse. Völlig zu Recht. „Vor dem Fest“ (Luchterhand) heißt sein neuer Roman. Eine skurrile Dorfgeschichte über ein Kaff in der Uckermark, und ein außergewöhnliches Werk. Stanisic erzählt meist in „Wir“-Form aus der Perspektive der Dorfbewohner: „Uns interessieren unvollständige Sätze“. Eine klassisch-chronologische Handlung existiert nicht, stattdessen gibt´s jede Menge Anekdoten und Legenden. Stanisic schildert Bier trinkende Männer in einer Garage, den Tod eines Fährmanns und erinnert an Dorfklatsch aus der DDR. Ach ja, auch um Pestteufel, Krichenglocken und das Vereinsheim des 1. FC Fürstenfelde drehen sich die Kurzepisoden. „Vor dem Fest“ ist ein Musterbeispiel für Kreatives Schreiben, eine ironische Dorfchronik: „Auf die Natur ist kein Verlass. Und auf was du dich nicht verlassen kannst, damit bau keine Redewendungen“.

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