Neuerscheinung · Rezension · Romane

Oh, Donna! (tausend Seiten)

tarttOh, Donna! Muss das sein, tausend Seiten? Und lohnt sich das überhaupt? Aber sicher. Donna Tartt ist schließlich nicht irgendeine Autorin, sondern die, die sich für ihr neues Mammutwerk neun (!) Jahre Zeit gelassen hat. Und die, deren Gespür für Stimmungen, Beziehungen und Räume großartig ist. „Der Distelfink“ (Goldmann) heißt der Roman, benannt nach dem Gemälde von Carel Fabritius. Dieses Kunstwerk wird von einem 13jährigen aus einem New Yorker Museum geklaut. Donna Tartt begleitet Theo (so heißt der Junge) über die nächsten 20 Jahre, und schreibt aus seiner Perspektive. Wie Theo erst seine geliebte Mutter, später seinen verhassten Vater verliert, wie er drogenabhängig wird und in Las Vegas lebt, wie er nach NY zurückkehrt und zum Kunsthändler avanciert, eine Park-Avenue-Schönheit heiraten will und krumme Geschäfte macht – all das schildert Donna Tartt elegant, einfühlsam, ausschweifend und präzise. „Der Distelfink“ ist ein großes Drama, die Geschichte eines halben Lebens, eines Kunstraubs, einer Drogen- abhängigkeit und einer unerfüllten Liebe. Die US-Autorin serviert ihren Lesern ein aufwändiges, exquisites Menü aus sorgfältigst zubereiteten Zutaten. Das schmeckt hervorragend – man muss nur machmal Pause machen, um dieses riesige literarische Mahl bewältigen zu können.

3 Kommentare zu „Oh, Donna! (tausend Seiten)

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