Rezension · Romane

Das dritte Testament

nollSie kann´s nicht lassen: Ingrid Noll, 78, hat ihren zwölften Roman veröffentlicht, „Hab und Gier“ (Diogenes). Ein typischer Noll-Plot mit typischer Noll-Sprache. In klaren, leicht ironischen Sätzen skizziert die Bestsellerautorin ein amüsantes Drama inmitten deutscher Spießigkeit. Zur Story: Karla, eine Bibliothekarin in Rente, erhält von ihrem Ex-Kollegen Wolfram ein ungewöhnliches Angebot: der schwer kranke (und reiche!) Witwer legt ihr drei Testaments-Entwürfe vor. Der erste sichert Karla ein Viertel von Wolframs Erbe, wenn sie sich um Bestattung und Grabpflege kümmert. Der zweite garantiert ihr die Häfte seines Ver- mögens, wenn sie ihn bis zu seinem Tod pflegt. Der dritte verspricht ihr sein komplettes Erbe, wenn sie bei Wolfram einzieht und ihn später auf seinen Wunsch umbringt. Klar, dass Karla das dritte Testament wählt. Ingrid Noll wird immer wieder als Krimiautorin bezeichnet, doch das trifft nicht wirklich zu. Vielmehr zieht sie auch diesmal die Gardinen deutscher Durchschnittsbürger zur Seite, um ihren Lesern Einblicke in die ganz normale Skurrilität des Alltags zu geben. Köstlich!

2 Kommentare zu „Das dritte Testament

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