Buchbranche · Neuerscheinung

Was E-Books nicht können: sinnlich sein

mareTürkis schimmert der Einband. Seine geriffelte Oberfläche fühlt sich wunderbar an. Klappt man das Buch auf, zeigt sich ein mintgrüner Vorsatz. Zwischen den Seiten ruht sich ein hellblau glänzendes Lesebändchen aus. Auch der Schutz- umschlag von Jean Philippe Blondels „Zweiundzwanzig“ (mare) ist überzeugend gestaltet. Ähnlich perfekt ausgestattet ist der neue Roman der finnischen Autorin Selja Ahavas, „Der Tag, an dem ein Wal durch London schwamm“ (mare). Auch hier dominieren sanfte, klare Farben und Designs (dunkelgrüner Einband, orangenes Lesebändchen). Wozu ich so ins Detail gehe? Weil diese beiden Neuerscheinungen für das stehen, was E-Books nicht können: Sie zaubern Sinnlichkeit und Formschönheit direkt in die Hände ihrer Leser. Und danach in ihre Köpfe und Herzen. Insofern: Danke an alle geschmackssicheren Hersteller, Grafiker und Designer! Ihr sorgt dafür, dass gedruckte Bücher nicht aussterben werden!

P.S. Auch die Inhalte dieser beiden kurzen Romane überzeugen: Blondel schrieb ein schnelles, literarisches Road-Movie, Ahava eine federnde, zärtliche Geschichte übers Erinnern und Vergessen. Lesenswert!

10 Kommentare zu „Was E-Books nicht können: sinnlich sein

  1. Ich kann mir aus genau diesen Gründen nicht vorstellen, dass mir ein ebook-reader oder ein ebook ins Haus kommt. Es gibt allerdings schon Verlage, die beides verbinden und zum Print-book einen kostenlosen Download anbieten. Das finde ich sehr nachahmenswert – zu Hause die Print-Ausgabe, unterwegs das ebook ;-). Danke für diesen Beitrag :-).

    1. Die Diskussionen um das e-book (insbesondere anderswo) erinnern mich stark an die Zeit, als die ersten Benzin getriebenen Kutschen unterwegs waren und begannen, die Pferde bespannten abzulösen.

      1. das ist jetzt aber nicht unbedingt ein Vergleich, ich bin allem Neuen aufgeschlossen, aber man muss nicht alles haben

  2. der Reader mag praktisch sein aber nicht angenehm in der hand
    ich habs getestet und auch schoneinen verschenkt, derjenige benutzt ihn gern, ich mag keinen Reader
    ich hab mir mal zum test eine App geladen auf den PC
    benutze sie aber eigentlich nicht

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