Die zerstörerische Kraft des Schnelllesens

helpVerdammt! Schon wieder zu schnell gewesen, zu schnell gelesen. Der Roman ist aus, die Handlung vorbei, die Spannung verflogen. Dabei hätte ich gerne noch weiter mit den Figuren gelitten und gelacht, die Formulierungskünste des Autors bewundert oder mir ausgemalt, wie sich der Plot entwickeln würde. Stattdessen: Schluss. Punkt. Und wer ist schuld daran? Allein ich. Weil ich wieder einmal viel zu schnell gelesen, die Zeilen weggefuttert, die Stimmung des Buches verschlungen habe. Warum ich das tue? Nun, ich bin bekennender Schnellleser. Das hat drei Gründe: 1. Gefällt mir ein Buch, bin ich wie besessen davon und kann nicht aufhören. 2. Gefällt es mir nicht, will ich so schnell wie möglich damit ferig sein. 3. In meinem Büro stapeln sich Romane, die ebenfalls bald gelesen werden möchten. Und täglich kommen neue hinzu. Eigentlich kein Grund zur Klage. Es ist ein Privileg, davon leben zu können, dass man liest, schreibt und spricht. Aber es hat eben auch Nachteile. Denn der Literaturfluss trocknet nie aus. In ihm schwimmen stets neue Romane, die mich anmachen, interessieren, herausfordern. Also schnappe ich sie mir. Und muss sie ganz schnell lesen. Viel zu schnell. Hilfe!

7 Kommentare
  1. Philipp Elph sagte:

    Genusslesen ist anders! Dabei kann ich auch besessen von einem Buch sein und nicht mit dem Lesen aufhören wollen.
    Das hat zunächst mal nichts mit der Lesegeschwindigkeit zu tun – jedenfalls bei mir. Steht man jedoch unter Zwang, über ein Buch schreiben zu wollen oder zu müssen – egal aus welchen Grund, geht oftmals Genuss zu Lasten der Schnelligkeit.

  2. Xeniana sagte:

    Mit Murakami ging es mir vor ein paar Tagen so(und das obwohl ich kein Murakamimädchen bin)…Aber ich hatte das auch schon , dass ich schnell über ein Buchschreiben wollte und das war dann wirklich kein Genuß sondern Arbeit…

  3. Jaja, das kennen die bekennenden Leser und Leserinnen wohl alle. Es gibt ja verschiedene Kategorien des Warum … manchmal is man ja auch einfach nur Neugierig 🙂 in diesem Fall muß ich trotzdem sagen beneidenswert, wegen dem Bücherstapel und dem davon Leben…sowas such ich auch noch, und hoffe es findet mich bald. LG

  4. Dazu kann ich noch ein treffliches ZITAT servieren:

    >> Wer die Arbeit ebenso wie das Nichtstun scheut findet leicht zum Buch.<<
    – Peter Brückner –

    Auf Wiederlesen!
    Ulrike von Leselebenszeichen

  5. Kleine Korrektur:

    >> Wer das Nichtstun ebenso wie die Arbeit scheut findet leicht zum Buch.<<
    – Peter Brückner –

    Das kommt davon, wenn man aus dem Gedächtnis zitiert, da werden einfach Wörter vertauscht 😉

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