Wer liebt, leidet

rezaWas für eine Ironie: „Glücklich die Glücklichen“ (Hanser) heißt Yasmina Rezas neuer Roman. Aber glücklich ist keiner ihrer Protagonisten. Im Gegenteil: die Liebe, die Partnerschaft, die Zweisamkeit, das Alter – alles eine Zumutung. Eine Lüge. Ein Trauerspiel. „Es ist eine Dummheit zu glauben, Gefühle brächten einen näher, im Gegenteil, sie bekräftigen die Distanz zwischen den Menschen“ behauptet eine Figur in Rezas schonungsloser Paar-Analyse. Auf 176 Seiten, in 21 kurzen Kapiteln, lässst die französische Schriftstellerin ihre Protagonisten von ihren Ehen, Affären und Freundschaften erzählen. Strikt subjektiv. Mit zynischer Heiterkeit. Und das tun die Liebenden am häufigsten: betrügen, verdrängen, lügen, hoffen und weinen. Glück? Muss woanders sein. Trotz dieser bitteren Erkenntnis und Rezas bisweilen beißender Ironie bereitet dieses Buch großes Vergnügen. Weil der geniale Wortwitz Funken sprüht. Und weil Rezas Geschichten zeigen: Wir sind nicht allein. Jeder leidet an der Liebe.

4 Kommentare
  1. Hört sich vielversprechend an. Kommt auf meine Wunschliste.
    Viele Grüße, Claudia

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