Der Teufel ist auch nur ein Mensch

scratchEndlich mal eine wirklich neue Roman-Idee: der Teufel lebt! Als TV-Moderator in den USA! In seinem Debütroman „Der raffinierte Mr. Scratch“ (Lübbe) heftet sich Michael Poore an die Fersen des Teufels. Dieser lebte einst im Himmel, plauderte mit Gott und nannte sich Lucifer. Dann kam er auf die Erde, war Zeuge des Atombombenabwurfs auf Hiroshima, schloss sich in den 70er Jahren einer Hippie-Band in Kalifornien an. Und jetzt? Moderiert er eine zynische TV-Show. Ja, das ist eine gute Idee. Aus der man eine rasante Satire machen könnte. Das versucht Michael Poore auch, doch sprachlich liefert er nur Durchschnitt und der ständige Wechsel der Erzählebenen kann auch nicht darüber hinweg täuschen, dass 447 Seiten zu lang für eine einzige gute Idee sind. Trotzdem sehr amüsant: die Dialoge zwischen Gott und dem Teufel. Doch die Humordichte nimmt mit steigender Seitenzahl ab. Tja. Poore ist eben auch nur ein Mensch. Und der Teufel ebenfalls.

3 Kommentare
  1. Ganz neu ist diese Idee aber nicht: In „Der alte Mann und Mr. Smith“ von Peter Ustinov stolpert der Teufel ebenfalls auf Erden herum und erlebt allerlei Ungemach. 😉

  2. Da hast du recht – TV-Moderator war Ustinovs Teufel aber dann doch nicht 😉

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